2016 - 170. Jubiläum der Holzschuhmacherei

Lorenz und Roswitha Hamann bekommen im Oktober 2016 anlässlich des 170. Jubiläums der Holzschuhmacherei vom Preetzer Bürgervosteher Herrn Hans-Jürgen Gärtner (links im Bild) und dem Preetzer Bürgermeister Herrn Björn Demmin (rechts im Bild) als Anerkennung der Stadt Preetz das Kunstwerk „Der Schusterjunge“ überreicht. Gemeinsam mit der Familie und Freunden wurde die Jahrfeier im Landhaus Schellhorn mit zahlreichen Gästen und Auftritten gewürdigt.

1929

Eine Momentaufnahme aus dem Jahr 1929. Familie Hamann und die Mitarbeiter der Holzschuhmacherei nehmen Aufstellung vor unserem Geschäft.

1910 - unser Angebot

Das geschäftliche Leben der Holzschuhmacher war ein ständiges Auf und Ab. Hamanns Vater pflegte zu sagen: Deutschlands Not ist unser Brot! Und tatsächlich ging es den Holzschuhmachern in Kriegs- oder Inflationszeiten immer besonders gut. So war die Holzschuhmacherei Hamann sogar eine Zeit als Rüstungsbetrieb privilegiert, weil sie die Holzschuhe für die Werftarbeiter, die die Kriegsschiffe bauten, in hohen Stückzahlen produzierten. Das forderte natürlich die Industrie heraus und brachte dem Handwerk die existenzbedrohende Konkurrenz, der sie später auch größtenteils erliegen sollte. Noch beschäftigte die Holzschuhmacherei Hamann 16 Mitarbeiter, die pro Tag 200 Paar Spezial-Holzschuhe für Steinsetzer, Fischer, Schmiede usw. fertigte.

1846

 1846 beginnt die Geschichte der Holzschuhmacherei Hamann in Preetz. In dem kleinen Ort waren zu dieser Zeit bereits 300 Schuhmacher ansässig, und es hieß im Volksmund: "In Preetz, da steht een Kloster, all Nees lang wohnt een Schoster."

Durch die Viehhaltung und Forstwirtschaft des Klosters lagen die Rohstoffe für Gerber und Schuhmacher praktisch vor der Tür. Die handwerkliche Arbeit der Holzschuhmacher unterlag einer strengen jahreszeitlichen Regelung. Im Winter, wenn die Sümpfe gefroren waren, wurde das benötigte Erlenholz geschlagen, auf handliche Längen geschnitten, angeborkt und in Stöße geschichtet. Diese Bevorratung war durch die große Kapitalbindung nicht ohne Risiko für den einzelnen Betrieb und brachte bei schlechten Umsätzen manchen in arge Bedrängnis; denn sie produzierten - mit geringen Ausnahmen - Schuhe für arme Leute, die im Sommer meistens barfuß liefen und nur im Winter oder zu besonderen Anlässen Schuhe trugen. Das Sortiment bestand aus fünfzehn unterschiedlichen Modellen, die von Größe 21 bis 52 gefertigt wurden. Vom einfachen, geraden Frauenschuh, der, wenn er schiefgelaufen war, von links nach rechts gewechselt wurde, über die nach Berufsgruppen unterschiedlichen Arbeitsschuhe bis zu den besonderen Anfertigungen wie z.B. den feinen Fehmarner Bauernpantoffel oder den Konfirmationsschuh, der gefüttert und zusätzlich mit Sinnsprüchen verziert wurde.