1846

 1846 beginnt die Geschichte der Holzschuhmacherei Hamann in Preetz. In dem kleinen Ort waren zu dieser Zeit bereits 300 Schuhmacher ansässig, und es hieß im Volksmund: "In Preetz, da steht een Kloster, all Nees lang wohnt een Schoster."

Durch die Viehhaltung und Forstwirtschaft des Klosters lagen die Rohstoffe für Gerber und Schuhmacher praktisch vor der Tür. Die handwerkliche Arbeit der Holzschuhmacher unterlag einer strengen jahreszeitlichen Regelung. Im Winter, wenn die Sümpfe gefroren waren, wurde das benötigte Erlenholz geschlagen, auf handliche Längen geschnitten, angeborkt und in Stöße geschichtet. Diese Bevorratung war durch die große Kapitalbindung nicht ohne Risiko für den einzelnen Betrieb und brachte bei schlechten Umsätzen manchen in arge Bedrängnis; denn sie produzierten - mit geringen Ausnahmen - Schuhe für arme Leute, die im Sommer meistens barfuß liefen und nur im Winter oder zu besonderen Anlässen Schuhe trugen. Das Sortiment bestand aus fünfzehn unterschiedlichen Modellen, die von Größe 21 bis 52 gefertigt wurden. Vom einfachen, geraden Frauenschuh, der, wenn er schiefgelaufen war, von links nach rechts gewechselt wurde, über die nach Berufsgruppen unterschiedlichen Arbeitsschuhe bis zu den besonderen Anfertigungen wie z.B. den feinen Fehmarner Bauernpantoffel oder den Konfirmationsschuh, der gefüttert und zusätzlich mit Sinnsprüchen verziert wurde.